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Der Herr segne dich, er, der auf dem Berg Zion wohnt! Er hat Himmel und Erde geschaffen! Ps. 134,3

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Unordnung

Steht etwas am falschen Platz?

Unordnung hat meistens zwei betrübliche Seiten: Etwas steht am falschen Platz. Als Folge davon kann etwas anderes auch nicht am richtigen Platz stehen, weil dort das Falsche steht. Wenn die Kochtöpfe im Wohnzimmer herumstehen, darf man sich nicht wundern, wenn man dafür die Blumenstöcke auf dem Küchenherd findet. Genauso ist es in unserem Leben: Wo zu viele Dinge am falschen Platz stehen, da kann niemals Gott unser Ein und Alles sein.

Wer irgendeine Sache - und sei sie noch so nützlich - zu seinem Abgott macht und ganz davon erfüllt ist, der hat für den lebendigen Gott in seinem Leben keinen Platz mehr. Wenn der Beruf, das Geld, der Sport oder die Kunst unser Ein und Alles ist, dann ist es unmöglich, dass Gott unser Ein und Alles sein kann.

Fassen Sie doch einmal Mut und nehmen Sie Ihr eigenes Leben etwas genauer unter die Lupe. Stellen Sie sich einmal ehrlich die Frage: Was steht bei mir am falschen Platz? Was nehme ich in meinem Leben, in meiner Zeiteinteilung zu wichtig? Was raubt mir zu viel Kraft und Zeit? Ist da irgendetwas, das Gott den Platz wegnimmt, der Ihm allein zusteht? Was steht bei mir in der Mitte? Alles, was Gott aus der Mitte verdrängt, ist ein Götze.

Das können berechtigte, nützliche, sogar edle Dinge sein. Vielleicht die Zeitung, der Lieblingssport oder ein anderes Steckenpferd. Es mag berechtigt sein, dass diese Dinge in unserem Leben eine wichtige Stelle einnehmen. Sie dürfen uns aber nicht beherrschen, sie dürfen Gott nicht aus der Mitte verdrängen.

Manchmal sind es Dinge, die man im Deutschen mit einem Fremdwort bezeichnet, das auf »ismus« endet: Patriotismus, Sozialismus, Konfessionalismus, Fanatismus, Individualismus, Idealismus und so weiter. Oft ist nicht die Sache an sich schlecht, sondern vielmehr der Stellenwert, den wir ihr beimessen. Wir sind zu patriotisch, zu idealistisch, zu pessimistisch und so weiter.

Viele Christen begehen den Fehler und werfen in heiligem Zorn gleich die ganze Sache auf die Straße, wenn sie erkennen, dass diese in ihrem Leben den falschen Platz eingenommen hat. Sie meinen, das sei nötig, um in ihrem Leben wirklich ganz reinen Tisch zu machen und nichts mehr mit sogenannten unheiligen Dingen zu tun zu haben.

Als man vor Jahrhunderten erkannte, dass in unseren Kirchen viel zu viele Bilder hingen und dass diese Bilder geradezu zu Götzen geworden waren, da stürmte man in die Kirchen, warf gleich alle Bilder auf die Straße und zerstörte damit unermessliche Kunstschätze. Wir sollen keine Bilderstürmer sein. Wir sollen nur jede Sache wieder an ihren richtigen Platz stellen: das Wichtigste in der Mitte, das Unwichtige an den Rand! »Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!«, hat Jesus einmal gesagt.

Um jedem Ding den richtigen Platz zuzuweisen, gibt es zwei Hilfsmittel: Disziplin und Übung. Durch Übung kann man" schwierige Dinge mit einer Handbewegung erledigen. Wer seinen Geist und seinen Körper in Zucht hält (diszipliniert), kann mit weniger Kraftaufwand jedes Ding an den richten Platz rücken.

Es soll Leute geben, denen es recht schwer fällt, morgens rechtzeitig aus dem Bett zu kommen. Es soll für diese Schwierigkeit ein ausgezeichnetes Mittel geben, das heißt einfach: Aufstehen!

Um aus der Unordnung und dem Durcheinander falsch platzierter Dinge herauszukommen, ist bewusste Anstrengung und Einübung nötig - also eine gesunde Selbstzucht. Wer diesen scheinbar mühevollen Weg einschlägt, wird erfahren, dass er weniger ermüdend ist. Man findet neue Schaffenskraft und Durchhaltevermögen, weil man sich durch klare Ordnung viel unnötige Ermüdung erspart.

Es gibt einfach bestimmte Gesetze für die Seele, an die man sich halten muss, sonst versündigt man sich gegen Gottes Ordnung.

Es gehört auch zu der frohen Botschaft, die Gott uns ausrichten lässt, dass unser ganzes Leben, bis in alle Einzelheiten hinein, geheilt und auf die göttliche Ordnungen zurückgeführt werden soll.

Ich habe darauf hingewiesen, wie müde es macht, wenn Dinge am falschen Platz stehen. Es kann aber auch sein, dass ich selbst nicht den richtigen Platz gefunden habe. Vielleicht wurde ich durch meine ehrgeizigen Wünsche auf einen falschen Platz gedrängt. Vielleicht wollte ich mich selbst führen und war nicht bereit, dem Auftrag Gottes Folge zu leisten. Wenn ich am falschen Platz stehe, machen mich die Hindernisse und Widerwärtigkeiten, die ich sonst fröhlich durchstehen könnte, schnell müde.

Es gäbe viel weniger müde Menschen, viel weniger Zusammenbrüche, wenn jeder sich von Gott den Platz zeigen ließe, den Er für ihn im Sinne hat.

S. Gerber

Quelle: Herold Seines Kommens

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