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Biblische Leiterschaft
1. Berufen zur Leiterschaft
Es gibt zwei Wege, in Leiterschaft zu kommen. Einmal eine angeborene Leiterschaftsgabe, ein Mensch, der durch Gottes Gnade natürliche Begabungen und die Fähigkeiten hat, andere Menschen anzuleiten, ihnen vorauszugehen, Vertrauen aufzubauen, so dass andere Menschen ihm nachfolgen wollen. Oder die zweite Möglichkeit, dass ein Mitarbeiter Jesu durch Treue, Hingabe und Dienen in Verantwortung und Leiterschaft hineinwächst. Ein Leiter wird auf jeden Fall daran erkannt, dass andere Menschen sich dieser Person anvertrauen und bereit sind, ihr nachzufolgen um gemeinsam Aufgaben und Ziele im Reich Gottes zu erreichen. In beiden Fällen ist die Hingabe, Liebe und Leidenschaft für Jesus Christus Voraussetzung.
2. Der Charakter des Leiters
Es wird erwartet, dass der Leiter ein Vorbild in Worten, Wandel, Liebe, Glauben und Reinheit nach 1. Tim. 4, 12 ist. Er muss dienen gelernt haben. Dazu braucht er ein dienendes Herz, wie z. B. Josua bereit war, der Diener Moses zu sein, oder wie Elisa dem Elia gedient hat. Ein Leiter soll als erstes Jesus Christus kompromisslos nachfolgen, sich aber auch menschlicher Leiterschaft unterordnen können. Man erwartet von ihm: Belehrbarkeit und Lernfähigkeit, so wie sich Mose von seinem Schwiegervater korrigieren und lehren ließ. Ein guter Leiter ist bereit, für seine Aufgabe zu kämpfen, Nachteile in Kauf zu nehmen, auch um Jesu willen zu leiden, wenn es Gottes Wille ist. Auch sollte er mit Lob, Tadel und Korrektur gut umgehen können.
Er sollte selbst teamfähig sein. Leiten hat nichts mir herrschen oder Missbrauch von Macht zu tun. Ein guter Leiter hat natürliche, geistliche Autorität und ist sanftmütig. Vor allem darf er nicht stolz und zornig sein. Wenn ein Leiter verheiratet ist, muss er seiner Familie gut vorstehen können und seine Kinder zum Gehorsam gegenüber Gott und den Menschen erziehen. Ordnung und Pünktlichkeit sind weitere Eigenschaften, die gefordert sind.
Wer sein Leben selbst nicht auf die Reihe bekommt, kann auch andere nicht anleiten. Es ist selbstverständlich, dass der Leiter einen reinen und heiligen Lebenswandel führt und eine reine Herzensmotivation hat. Er muss sich der Gemeindeleitung unterordnen und belehrbar sein und seinen Charakter durch Gottes Geist verändern lasen. Heiligung ist gefragt!
3. Der Weg zur Leiterschaft
Der Anfang des Glaubenslebens ist oft entscheidend. Eine radikale Umkehr und Lebensübergabe an Jesus Christus sowie völlig neue biblische Prioritäten im Leben sind notwendig. Wenn dann Bereitschaft zu lernen. Gehorsam, Unterordnung und den Willen Gottes zu tun, auch gerne zu dienen, da sind, dann wächst der Glaubende und kommt nach und nach in seine Berufung. Ferner wird Gott am Anfang kleinere, später dann größere Glaubensschritte von seinen Kindern erwarten. Vor allen Dingen zählt die nichtöffentliche Gemeinschaft mit Gott, wie die tägliche Zeit mit Jesus im Gebet, Bibellesen, Gemeinschaft der Gläubigen, Gehorsam und auch das Geben des Zehnten spielen dabei eine wichtige Rolle. Gehorsam und Treue im Kleinen sind gefragt, nicht so sehr die Begabungen. Der zukünftige Leiter wird jede Möglichkeit nutzen, sich im Glauben und im Wort weiterzubilden, Seminare und Schulungen besuchen, da er Hunger und Durst nach mehr hat! Er wird dabei auch Opfer bringen und seine eigenen Interessen zurückstellen. Sein Motto wird sein: „Ich trachte zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit..." Matth. 6, .33. Jeden Tag den Willen Gottes erkennen und ihn zu tun wird mit seine größte Sorge sein. Er will als treu empfunden werden, und während er in kleinen Dingen treu ist, wird Gott ihn über mehr setzen, er wird bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und jeden Tag aus der Gnade Jesu und mit der Kraft des Heiligen Geistes zu leben. Die Zeiten, in denen er Gottes Angesicht sucht und Gemeinschaft mit Jesus Christus und dem Heiligen Geist hat, werden mehr und mehr zunehmen. Während die Freundschaft zu Jesus Christus wächst, wird seine Opferbereitschaft an Kraft, Zeit, Geld, Wünsche und Beruf zunehmen.
Jesus und die Beziehung zu ihm sind ihm das Wichtigste. So wird er ein zuverlässiger Mitarbeiter, auf den man sich verlassen kann und dessen Ja ein Ja und ein Nein ein Nein ist, der in Verbindlichkeit zu Gott und den Menschen lebt.
4. Die göttliche Berufung
Während der Leiter mit einem reinen Herzen und einer guten Motivation Gott liebt und dient, wird der Tag kommen, wo er durch Gottes Wort oder durch den Heiligen Geist eine klare Berufung bekommt, so wie sie etwa in Jes. 6, 8 steht: „Wen soll ich senden, wer will mein Bote sein“ Ich aber sprach: Hier bin ich, sende mich!"
Aber auch andere Berufungen im hirtlichen-, Lehr-, evangelistischen-, prophetischen- oder apostolischen Dienst sind möglich. Letztlich wird man an der Frucht des Leiters erkennen, dass er von Gott berufen ist. Er wird andere Menschen zum Glauben an Jesus bringen, ihnen helfen im Glauben zu wachsen und Gutes zu tun. Letztlich wird er ein „Brief Christi" sein, von jedermann gelesen oder wie Paulus schreibt: „ein Wohlgeruch Gottes". Ein von Gott berufener Leiter muss sich nicht selbst empfehlen, sondern Gott wird ihn empfehlen und sich zu ihm stellen, so wie er sich einst zu Mose, Daniel und vielen anderen Männern und Frauen Gottes in der Bibel gestellt hat. Er wird an Autorität zunehmen und wird Gnade haben bei Gott und den Menschen.
Wenn er einmal vor Jesus stehen wird, wird dieser zu ihm sagen: „Recht so, du tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh ein zu deines Herrn Freude!" Matth. 25, 21, oder „kommt her ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist vor Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen und ihr habe mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen, und was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan". Matth. 25, 34-40.
W. Mayer
Quelle: Blickpunkt CZW
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