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Gott ernst nehmen
Als ich vor kurzem über verschiedene Definitionen des Glaubens nachdachte, fiel mir folgender Aspekt ein: Glaube bedeutet, dass man Gott ernst nimmt. Meine Definition ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass ich viele Christen kennen gelernt habe, die Gott überhaupt nicht ernst nehmen, obwohl sie behaupten, Ihn zu kennen.
Gott ernst nehmen heißt. Sein Wort ernst nehmen. Wenn wir uns mit jemandem unterhalten und wir ignorieren das meiste von dem, was er sagt - oder weisen es gar zurück -, dann nehmen wir diese Person nicht ernst. Ganz im Gegenteil, wir zeigen damit einen Mangel an Respekt.
Das Gleiche lässt sich auch auf Gott übertragen: Wenn wir das meiste von dem, was Er uns in Seiner Schrift sagt, entweder ignorieren oder es zurückweisen, dann nehmen wir Ihn nicht ernst. Um es noch deutlicher auszudrücken:
wir berauben Ihm damit der Ehre, die Ihm gebührt. Und genau so verhalten sich viele Christen Gott gegenüber. Sie tun so, als ob Sein Wort ein „Selbstbedienungsbüffet“ wäre - d. h., sie suchen sich die Stellen heraus, die ihrem Geschmack zusagen, und lassen den Rest links liegen.
Es gibt vier praktische Möglichkeiten, wodurch Gottes Wort unser tägliches Leben beeinflusst: Seine Verheißungen, Seine Gebote, Seine Weisungen und Seine Warnungen. Wir werden uns einige Beispiele für jede einzelne dieser Kategorien vornehmen und untersuchen, inwieweit sie für uns zutreffend sind.
Die Verheißungen Gottes
Die vier Evangelien enthalten viele wundervolle Verheißungen Jesu, aber ehe wir diese für uns in Anspruch nehmen können, ist es wichtig, dass wir uns darüber im Klaren sind, für wen die jeweiligen Verheißungen eigentlich bestimmt sind. Die Verfasser der Evangelien unterscheiden nämlich ganz eindeutig zwischen Worten, die Jesus an Seine Jünger richtete, und denen, die entweder für die Allgemeinheit schlechthin bestimmt waren öder aber für einzelne Menschen, die nicht Seine Jünger waren.
Das herausragende Charaktermerkmal der Jünger war ihr Engagement. Sie hatten alles verlassen und waren Jesus nachgefolgt, was auch immer es sie persönlich kosten mochte. Jesus selbst hat in diesem Zusammenhang folgende Bedingung gestellt:
„Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein.“
„So auch jeder unter euch, der nicht lossagt von allem, was er hat, kann nicht mein Jünger sein.“ (Lu. 14:27,33) *
Natürlich waren wir, die wir heute leben, nicht zugegen, als Jesus diese Worte tatsächlich äußerte. Ehe wir irgendwelche Verheißungen auf uns persönlich übertragen, müssen wir uns die Frage stellen: „Für wen gilt diese Verheißung? Trifft sie auf mich zu? Bin ich berechtigt, sie für mich persönlich in Anspruch zu nehmen?“
So finden wir herrliche Verheißung in Johannes 14, wie zum Beispiel:
„Und was ihr bitten werdet in mein Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.“ „Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.“ „Ihr aber sollt mich sehen, denn lebe, und ihr sollt auch leben.“ „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht (Vers 13,14,19,27)
Diese wunderschönen Verheißung waren jedoch für eine spezielle Gruppe von engagierten Jüngern bestimmt.:
Petrus sprach für sie alle, als er sagte: “Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt.“ (Lu. 18:28)
Man kann diese Verheißungen nicht auf sich beziehen, ohne die entsprechende Bedingung dafür zu erfüllen. Wir alle sollten uns die Frage stellen: Bin ich eigentlich ein Jünger - oder nur Mitglied einer Gemeinde?
Die Gebote Gottes
„Und daran merken wir, dass wir Ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten. Wer sagt: ,Ich kenne ihn' und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht.“ (1. Johannes 2:3-4)
Unsere Reaktion auf Gottes Gebote ist ein Zeichen dafür, wie es um den wahren Zustand unseres geistlichen Lebens bestellt ist: Indem wir sie befolgen, stellen wir unter Beweis, dass wir Gott kennen.
Die Bibel enthält viele Gebote, die verschiedene Bereiche unseres Lebens betreffen, aber Jesus fasst sie alle zusammen in ein einziges Gebot, das allen anderen übergeordnet ist:
„Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ (Johannes 13:34-35)
Indem wir dieses Gebot befolgen, erfüllen wir das Gesetz insgesamt: »Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem (3. Mose 19:18): ,Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!'« (Galater 5:14)
Liebe ist der endgültige Zweck, für den alle anderen Gebote gegeben wurden: „Die Hauptsumme aller Unterweisung aber ist Liebe aus reinem Herzen und aus gutem Gewissen und aus ungefärbtem Glauben. Davon sind einige abgeirrt und haben sich hingewandt zu unnützem Geschwätz ...“ (1. Timotheus 1:5-6). Jede religiöse Aktivität, die keine Liebe hervorbringt, ist letztendlich eine vergebliche Mühe (vgl. 1. Korinther 13).
Auf dieser Basis also müssen wir unseren Gehorsam Gottes Geboten gegenüber beurteilen: Wir müssen uns die Frage stellen: Bringt mein Leben die Liebe Gottes zum Ausdruck?
Seine Weisung
„Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe zum Vater nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und das hoffärtige Leben, kommt nicht vom Vater her, sondern von der Welt.“ (1. Johannes 2:15)
Die Anziehungskraft, welche die Welt auf unser aller Leben ausübt, ist enorm. Sie bietet uns viele Reize und Verlockungen an, die zwar oft harmlos aussehen, deren Kern aber das kaum bemerkbare Gift der Rebellion gegen Gott in sich birgt.
Im Bereich unserer heutigen Unterhaltung ist vieles von moralischer und geistiger Unreinheit durchdrungen und hat somit eine unterschwellige, zersetzende Wirkung. Vor ein paar Jahren sahen meine Frau und ich uns einen Film an, eine geistreiche Komödie mit erstklassigen Schauspielern -aber mit einigen Szenen, die durch eine ausgesprochen obszöne Ausdrucksweise aus dem Rahmen fielen. Wir hatten vor, den Film ein zweites Mal zu sehen, entschieden uns dann aber doch dagegen, weil wir den Heiligen Geist in uns dieser ausfallenden Redeweise nicht aussetzen wollten.
Im Endeffekt fassten wir den Entschluss, uns niemals freiwillig einem Einfluss zu unterziehen, der die Sünde verherrlicht und Jesus entehrt. Wir haben auch grundsätzlich keine Bücher oder andere Gegenstände in unserem Heim, die Jesus entehren.
Warnung vor geistlicher Verführung
In Matthäus 24 gibt Jesus eine prophetische Vorausschau auf die Verhältnisse in der Endzeit. Er beginnt mit einer Warnung gegen die Versuchung: „Seht zu, dass euch nicht jemand verführe“
(Vers 4). In Vers 11 wiederholt Er diese Warnung: „Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen.“ Verführung stellt die größte, individuelle Gefahr dar, der wir Christen in der Endzeit ausgesetzt sind.
In Matthäus 24 richtet Jesus Seine Warnung an die Jünger, die Er selbst ausgewählt hatte und die in den dreieinhalb Jahren seines irdischen Dienstes ständig bei Ihm gewesen waren. Wenn diese Jünger solch eine Warnung nötig hatten, wie können wir heutigen Christen uns vormachen, wir seien dieser Gefahr gegenüber immun?
Und dennoch bin ich vielen Christen begegnet, die anscheinend der Meinung sind, dass die Warnung vor der Verführung sie nicht betrifft.
In 2. Thessalonicher 2:9-10 bestätigt Paulus die Warnung vor der Verführung im Zusammenhang mit dem Erscheinen des Antichristen. „Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundem und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, dass sie gerettet würden.“
Die Bibel zeigt uns, dass auch der Satan vielerlei übernatürliche Zeichen hervorbringen kann. Wenn wir leichtfertig akzeptieren, dass alles Übernatürliche von Gott stammt, öffnen wir damit eine Tür, durch welche die Verführung Zugang zu uns hat. (gekürzt)
D. Prince
* „nicht lossagt von allem“, das bedeutet: Jesus vor allen Menschen, auch den geliebten und verwandten, und vor allen Besitztümern, ja sogar vor seinem eigenen Ich den Vorzug geben. (Edition C Bibelkommentar G. Maier)
Wo hat die Stimme Gottes in unserem hektischen Leben noch Platz? Wann erlauben wir Ihm,\ uns zu leiten, zu korrigieren und zu bestätigen? Und wenn das nur selten oder nie passiert, wie können wir dann ein wahrhaftes christliches Leben führen?
Quelle: Herold Seines Kommens
www.feldzeichen.de
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